Musik und Spiel bringen den Bach näher

Published by bgthomas

Freie Presse
Dienstag, 20. September 2005

Geoffrey Thomas aus Budapest präsentierte in Frauenstein ein Theater-Konzert für die ganze Familie

Musik und Spiel bringen den Bach näher

Geoffrey Thomas spielte im Silbermannmuseum nicht nur die Musik Bachs, er plauderte auch über dessen Leben. –Foto: Henning Holschumacher

Frauenstein. „Ach … Bach?“ hieß ein Konzert am Sonntagnachmittag, das innerhalb der 16. Gottfried- Silbermann-Tage im Frauensteiner Museum stattfand. Geoffrey Thomas aus Budapest präsentierte dabei ein Theaterstück mit Konzertcharakter, mit Musik größtenteils von Johann Sebastian Bach.

In ein historisches Kostüm gehüllt betrat Thomas die kleine Frauensteiner Museumsbühne. Der Pianist und Schauspieler, der in Amerika aufgewachsen ist und jetzt in Ungarn lebt, entdeckte das Klavier und spielte. Mit Gestik, Mimik, Sprache und einem Hauch Pantomime brachte er den etwa 30 Zuschauern kurze Episoden aus Bachs Leben näher und vermittelte etwas von dessen Leidenschaft für Musik. Das Stück, das Kinder ansprechen soll, hat er selbst geschrieben.

Das Interesse an Musik zu wecken ist einer der größten Wünsche, die der Künstler hat. „Ich wollte immer etwas Besonderes sein“, verrät er den Zuhörern ein wenig von sich selbst. Über Cowboysongs und Rockstarallüren kam er zur Kraft der Natur, die zu Musik geworden sei. Mit Charme, witzigen Details und Leichtigkeit am Klavier begeisterte der Texaner die Anwesenden. Bachs Duell mit einem Fagottspieler auf einem Marktplatz wurde kurzerhand musikalisch ausgetragen. Langweilige Stücke verwandelte Bach alias Thomas in Themen mit fliegenden Fingern.

Mit Augenzwinkern sprach der Schauspieler über das Hobby Bachs, die Liebe. Das Leben im Haus wurde musisch dargestellt. Perfekt verwoben sich berührende musikalische Weisen mit Bruchstücken aus Bachs Leben. Mit der Perücke auf dem Kopf, die sich im Sommer wie eine heiße Bratpfanne anfühle, schlug Geoffrey Thomas die Brücke zu Silbermann, schließlich war Bach nicht nur Musiker und begnadeter Komponist, sondern auch guter Instrumentenbauer. Kurzweilig spielte der Pianist hier Jazzvariationen Bachscher Musik.

Doch auch die andere Seite des Thomaskantors zeigte der Akteur. Als Johann Sebastian aus Karlsbad zurückkehrte, war seine Frau tot. Die Trauer war Thomas ins Gesicht geschrieben, sein Klavierspiel machte sie hörbar. Mit Musik und einer Weisheit Bachs – dass sich ein Instrument fast wie von allein spielt, harte Arbeit vorausgesetzt – beendete er das Theater-Konzert. Die Zuhörer klatschten, und dann blieb Zeit für Fragen. (TRA)